Elektroheizungen verursachen höhere CO₂-Emissionen als Gasheizungen
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Verschiedene Berechnungsmethoden
Die Sinnhaftigkeit der Umstellung auf Elektroheizungen sorgt regelmäßig für Kontroversen, insbesondere bei der Ausarbeitung von Vorschriften für den Neubau von Gebäuden. Es gibt mehrere Berechnungsmethoden für den Emissionsfaktor von Heizungen: saisonal oder monatlich nach Verbrauch, inkrementell, marginal... Dabei liefern nicht alle Methoden zwangsläufig dieselben Informationen und dienen nicht denselben Zielen [1].
Heute empfiehlt die französische Umweltagentur ADEME die Anwendung der nach Verbrauchsart aufgeschlüsselten Monatsmethode bei der Erstellung von CO₂-Bilanzen und die inkrementelle Methode für die Steuerung öffentlicher Maßnahmen. In einem 2020 von der ADEME veröffentlichten Vermerk schätzt die Agentur den Emissionsfaktor für Elektroheizungen unter Verwendung der monatlichen Verbrauchsmethode auf 79 g CO2e/kWh, was deutlich unter dem Emissionsfaktor einer in einem Heizkessel verbrannten kWh Gas liegt (180 g CO2e/kWh bis 210 g CO2e/kWh) [1]. Der Emissionsfaktor nach der inkrementellen Methode wurde hingegen in einer gemeinsamen Studie von RTE und ADEME auf 80 g CO2-Äquivalent/kWh beziffert. In der Studie wird jedoch betont, dass diese Zahl aufgrund der für ihre Berechnung erforderlichen Annahmen mit großer Unsicherheit behaftet ist. [1].
Eine fehlerhafte Anwendung der marginalen Berechnungsmethode
Die hohen Emissionsfaktoren, die gelegentlich von bestimmten Verbänden oder in der Presse genannt werden, beruhen auf einer fragwürdigen Anwendung der marginalen Berechnungsmethode. Die marginale Methode besteht darin, den Emissionsfaktor anhand des zuletzt im Netz eingesetzten Kraftwerks zu berechnen (d. h. des Kraftwerks mit den höchsten variablen Kosten). Der Fehler besteht dann darin, anzunehmen, dass das Grenzkraftwerk beim Einsatz von Elektroheizungen systematisch ein fossiles Wärmekraftwerk ist. Tatsächlich hebt eine Studie des Beratungsunternehmens Carbone 4 für die Jahre 2018–2019 hervor: „Entgegen landläufiger Vorstellungen erreichen Kohle, Gas und Heizöl zusammen kaum 15 % Marginalität.“ Daraus ergibt sich ein Emissionsfaktor von 150 g CO2e/kWh, weit entfernt von den bisweilen genannten 500 g CO22/kWh [2]. Außerdem ist anzumerken, dass die Anwendung dieser Methode von der ADEME zur Bewertung der Klimaauswirkungen von Elektroheizungen nicht empfohlen wird.
Sources :
[1] Position der ADEME zur Berechnung des CO2-Gehalts von Strom am Beispiel der Elektroheizung, ADEME, https://librairie.ademe.fr/ged/84/fiche-technique-ademe-contenu-co2-electricite-2020-v2.pdf
[2] ELEKTROHEIZUNG IN FRANKREICH: Eine gute Idee für das Klima?, Carbone 4, https://www.carbone4.com/publication-chauffage-electrique-climat