Der Unfall von Fukushima ist die Hauptursache für die Todesfälle und Schäden vom 11. März 2011

Falsch !

En bref

Die Naturkatastrophe vom 11. März 2011 (das Tōhoku-Erdbeben, gefolgt vom Tsunami) forderte fast 18.500 direkte Todesopfer und Vermisste. Sie führte zudem zu etwa fünfzig Industrieunfällen, die ihrerseits gesundheitliche und ökologische Folgen hatten. Die Welt hat jedoch im Wesentlichen nur den Atomunfall von Fukushima in Erinnerung behalten, obwohl dessen gesundheitliche Folgen deutlich geringer waren.

En détail

Das französische Ministerium für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie hat 2013 einen Überblick über die wichtigsten Industrieunfälle (ohne nukleare Unfälle) erstellt, die sich während der Naturkatastrophe vom 11. März 2011 ereignet haben. Sie forderten etwa dreißig Menschenleben. Keiner oder nur sehr wenige davon fanden in den Medien Beachtung. Die Bilder einiger Unfälle, wie beispielsweise die des Brandes in der Cosmo-Oil-Raffinerie, wurden hingegen reichlich und missbräuchlich verwendet, um angeblich den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zu veranschaulichen.

Zu den bemerkenswertesten zählen:

  • die der Raffinerien Cosmo Oil und JX, die für die Einleitung von Bitumen ins Meer (über 42 km bei Cosmo Oil), in den Boden und an die Strände verantwortlich waren und deren Brand erhebliche Emissionen giftiger Dämpfe verursachte;
  • das Unglück in der Zementfabrik im Hafen von Ofunato, bei dem 1000 m³ Heizöl über eine Fläche von 3 km² in die Umwelt gelangten;
  • die Unfälle in den Chemiefabriken von Ibaraki und Fukushima, bei denen große Mengen Salzsäure und 3500 Liter reines Natriumhydroxid in die Umwelt gelangten;
  • sowie die Unfälle in verschiedenen anderen Fabriken, die zu zahlreichen Freisetzungen von Ammoniak und Kältemitteln (starken Treibhausgasen) geführt haben.

Schließlich ist unter den zahlreichen Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen noch der Dammbruch von Fujinuma zu erwähnen, der 8 Einwohnern des flussabwärts gelegenen Dorfes das Leben kostete.

Gebäude, Ingenieurbauwerke oder Fabriken: Keines davon war dafür ausgelegt, solch außergewöhnlichen Naturereignissen standzuhalten.

Die radioaktiven Freisetzungen durch den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi führten hingegen zu einer so geringen Strahlenbelastung der Bevölkerung, dass 15 Jahre später keine Opfer zu verzeichnen sind und kein beobachtbarer Anstieg von Krebserkrankungen oder Todesfällen zu erwarten ist.