Das Abschalten von Kernkraftwerken schont die Umwelt und rettet Leben

Falsch !

En bref

Bis 2035 könnte es weltweit zu schätzungsweise bis zu 260.000 vorzeitigen Todesfällen und fast 17.800 Millionen Tonnen CO2-Emissionen (das entspricht den weltweiten Emissionen von 6 Monaten) kommen, da fossile Energieträger die betriebsbereiten und sicheren Kernkraftwerke ersetzt haben, die nach dem Unfall von Fukushima stillgelegt wurden.

En détail

Die gesundheitlichen und klimatischen Folgen der vorzeitigen Stilllegung funktionsfähiger und sicherer Kernkraftwerke nach dem Unfall von Fukushima-Daiichi werden bis 2035 auf 260.000 Todesfälle und fast 17.800 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen (das entspricht den weltweiten Emissionen von 6 Monaten) geschätzt. [1]

Infolge des Unfalls hat die deutsche Regierung die laufende Neugestaltung ihrer Energiewende-Politik aufgegeben, die eine Verlängerung der Nutzung der Kernenergie ermöglicht hätte [2]. Stattdessen wurde mit der neuen Politik der Ausstieg aus der Kernenergie beschleunigt und die sofortige Stilllegung von 8 der 17 Reaktoren beschlossen, wobei die Stilllegung der übrigen Reaktoren bis 2022 vorgezogen wurde. Zwar hat diese Politik dank des Ausbaus der Wind- und Solarenergie sowie von Energieeinsparungen im Wohnbereich nicht zu einem Anstieg der CO2-Emissionen im Stromsektor geführt. Hätte man jedoch diese CO2-freien, aber intermittierenden Energien im gleichen Tempo ausgebaut und Kohlekraftwerke statt Kernkraftwerke stillgelegt, hätte dies im Zeitraum 2011–2035 den Ausstoß von 1,4 Milliarden Tonnen CO2 und den vorzeitigen Tod von 21.000 Menschen verhindert. [1]

Dank der Kernenergie hätte Deutschland entschlossen den Übergang zu einer CO₂-freien Wirtschaft einleiten können, anstatt sich damit zu begnügen, seine Emissionen nicht zu erhöhen

In Japan führte die Abschaltung von in Betrieb befindlichen Kernreaktoren zwischen 2010 und 2012 zu einem Anstieg der CO₂-Emissionen um fast 200 Millionen Tonnen pro Jahr. Wären diese Reaktoren im Zeitraum 2011–2035 weiter in Betrieb gewesen, hätten 2,2 Milliarden Tonnen CO₂ vermieden und 23.300 Todesfälle verhindert werden können. [1]

Die Auswirkungen der Energiearmut werden ebenfalls immer häufiger in die Gesundheitsbilanzen der Bevölkerung einbezogen. So geht aus einer Studie des NBER* hervor, dass die Zahl der Todesfälle durch Unterkühlung in Japan infolge des drastischen Anstiegs der Strompreise (+38 %), der auf die Abschaltung der Kernreaktoren folgte, die wettbewerbsfähigen Strom lieferten, auf 1.280 (bis zu 4.500) geschätzt werden kann. [3]

**Das NBER (National Bureau of Economic Research) ist eine amerikanische gemeinnützige Organisation, die sich der Wirtschaftswissenschaft widmet. 

Sources :

[1] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421519303611 – Letzte Abbildung (Schlussfolgerung) 

[2] https://www.lefigaro.fr/international/2011/05/30/01003-20110530ARTFIG00679- nuklear-angela-merkel-cede-aux-ecologistes.php

[3] https://www.nber.org/papers/w26395 – Seite 21