Das Kernkraftwerk Onagawa hat das Erdbeben und den Tsunami in Fukushima erfolgreich überstanden

Richtig !

En bref

Die Reaktoren des Kraftwerks Onagawa, das dem Epizentrum am nächsten liegt, haben bei dem Erdbeben keine größeren Schäden davongetragen. Das Kraftwerk war robust genug, um dem Tsunami standzuhalten, und diente anschließend der lokalen Bevölkerung als Zufluchtsort.

En détail

Das Kernkraftwerk Onagawa ist mit einer Entfernung von 60 km das dem Epizentrum des Erdbebens vom 11. März 2011 am nächsten gelegene Kraftwerk und liegt damit doppelt so nah wie das Kraftwerk Fukushima-Daiichi. Seine Reaktoren sind vom gleichen Bauart und basieren auf derselben Technologie, sind allerdings jüngeren Datums. Vor allem werden sie von einem anderen Betreiber betrieben. Dieser hatte insbesondere die Schutzvorrichtungen des Kraftwerks gegen Tsunamis anhand der verfügbaren historischen Daten der Region besser dimensioniert.

Während der Naturkatastrophe fand die Bevölkerung der Dörfer, die dem Kernkraftwerk am nächsten lagen, Zuflucht in der Turnhalle des Kraftwerksgeländes. Dieses war vor der 14 Meter hohen Welle geschützt, die höher war als in Fukushima-Daiichi. Ausschlaggebend dafür waren die erhöhte Lage des Geländes (14,7 m über dem Meeresspiegel) und eine 14 m hohe Tsunami-Schutzmauer (5,7 m in Fukushima-Daiichi). Die Dorfbewohner verblieben drei Monate lang auf dem Gelände, bis eine Lösung für ihre Unterbringung gefunden war.

Alle drei Reaktoren des Kraftwerks wurden beschädigt, doch nur der erste Reaktor blieb abgeschaltet, da die Kosten für die Anpassung an die neuen Normen im Verhältnis zur Leistung und zur verbleibenden Lebensdauer dieses Reaktors als zu hoch erachtet wurden. Der zweite Reaktor wurde nach Reparatur- und Modernisierungsarbeiten im Oktober 2024 wieder in Betrieb genommen. Beim dritten Reaktor läuft derzeit eine seismische Überprüfung, und der Betreiber hat noch keine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme beantragt.