Es wäre besser gewesen, die Bevölkerung von Fukushima nicht sofort zu evakuieren
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Die sofortige, erzwungene und langfristige Evakuierung rund um das Kernkraftwerk Fukushima forderte 2.200 Todesopfer und hatte erhebliche negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Evakuierten. Sie betraf etwa 160.000 Menschen, von denen im November 2025 noch etwa 23.000 offiziell evakuiert waren; die japanischen Behörden gehen jedoch davon aus, dass nur 20 % tatsächlich in ihre ursprünglichen Wohnorte zurückgekehrt sind.
Die Untersuchung der Folgen der bei den Unfällen von Tschernobyl und Fukushima durchgeführten Evakuierungen hat gezeigt, dass diese Auswirkungen bei einer nicht zwingenden Evakuierung (insbesondere bei älteren Menschen) größer sein können als die durch Strahlung verursachten gesundheitlichen Auswirkungen.
So haben Forscher unlängst einen Indikator (den J-Wert) entwickelt, mit dem sich die Wirksamkeit einer Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung mathematisch bestimmen lässt, wobei insbesondere die Lebenserwartung zugrunde gelegt wird.
Auf die Wirksamkeit der Evakuierung der Bevölkerung aufgrund des Unfalls von Tschernobyl angewandt, kommt diese Bewertungsmethode zu dem Schluss, dass die Behörden fünf- bis zehnmal zu viele Menschen evakuiert hätten, dreimal zu viele bei der ersten Evakuierungswelle (110.000 statt 31.000) im Jahr 1986, wobei die zweite Welle im Jahr 1990 nicht gerechtfertigt war.
Auf den Unfall von Fukushima angewandt, kommt dieselbe Bewertungsmethode zu dem Ergebnis, dass angesichts der geringen Strahlendosen keine Evakuierung wirklich notwendig gewesen wäre.
Es scheint, dass eine nicht systematische, nicht sofortige und zeitlich begrenzte Evakuierung den bisherigen Maßnahmen vorzuziehen wäre.