Es ist nicht möglich, Kernreaktoren in warmen Ländern zu bauen.
Falsch !
En bref
En détail
Die Notwendigkeit der Kühlung von Kernkraftwerken wird oft als absolutes Hindernis dargestellt, das den Bau von Kernreaktoren in tropischen oder Wüstenregionen unmöglich macht. Dieses gängige Vorurteil wird häufig durch die Abschaltungen bestimmter französischer Kernkraftwerke während Hitzewellen genährt. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass diese Abschaltungen nicht auf eine technische Unmöglichkeit zurückzuführen sind, die Kraftwerke jenseits einer bestimmten Temperatur zu betreiben. Tatsächlich sind diese Abschaltungen das Ergebnis behördlicher Auflagen, die einen zu starken Anstieg der Wassertemperatur verhindern sollen. [2]

Viele Gegenbeispiele
Tatsächlich ist eine beträchtliche Zahl von Kernkraftwerken in „wüstenartigen“ oder „tropischen“ Regionen errichtet worden. Ein Beispiel ist das Kernkraftwerk Palo Verde in Arizona, das in der Sonora-Wüste liegt und sich weder in der Nähe eines Flusses noch an der Küste befindet. Die Kühlung dieses größten Kernkraftwerks der USA erfolgt mit aufbereitetem Abwasser aus der Stadt Phoenix [1].
Die berühmten chinesischen EPR-Reaktoren in Taishan wiederum stehen in einer nahezu tropischen Zone. Das ursprüngliche Design der EPR-Reaktoren wurde daher geringfügig an tropische Bedingungen angepasst, um den lokalen Gegebenheiten besser gerecht zu werden. [3]
All dies zeigt deutlich, dass es keine wirklichen technischen Hindernisse gibt, Kernkraftwerke in Gebieten mit tropischem oder wüstenartigem Klima zu bauen und zu betreiben.
Sources :
[1] Fall der Kernkraftwerke Palo Verde und Barakah, Cour des comptes, https://www.ccomptes.fr/system/files/2023-03/20230321-Adaptation-du-parc-de-reacteurs-nucleaires-au-changement-climatique_0.pdf S.77
[2] Bilanz Sommer 2022 in Frankreich, EDF, https://www.edf.fr/sites/groupe/files/2022-11/EDF Production nucléaire Bilan été 2022.pdf
[3] Thematischer öffentlicher Bericht: Die EPR‑Reaktorlinie, Cour des Comptes, https://www.ccomptes.fr/sites/default/files/2023-10/20200709-rapport-filiere-EPR.pdf p.132