Kernkraftwerke schaden der Biodiversität
Falsch !
En bref
En détail
Die Auswirkungen kerntechnischer Anlagen im Normalbetrieb auf die biologische Vielfalt können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein: die Flächeninanspruchnahme, die Emissionen der Anlage, die Wasserentnahmen sowie natürlich die Auswirkungen auf das Klima.
Geringer Flächenbedarf
Da Uran eine 30.000-mal höhere Energiedichte als Kohle aufweist, lässt sich der Flächenbedarf der Kraftwerksanlagen im Verhältnis zu ihrer Leistung erheblich begrenzen, ebenso wie die Größe der Uranminen [1]. Die zunehmende Nutzung der In-situ-Laugung bei der Uranförderung (60 % der weltweiten Produktion) verringert die Flächeninanspruchnahme des Bergbausektors zusätzlich [2]. Die Kernenergie gehört somit zu den Stromquellen mit dem geringsten Flächenbedarf [3].
Streng geregelte Ableitungen
Bei den möglichen Auswirkungen der Ableitungen von Kernkraftwerken auf die Biodiversität lassen sich drei Quellen unterscheiden: radioaktive Ableitungen, chemische Ableitungen und Wärmeableitungen. Die Ableitung radioaktiver Stoffe führt im Normalbetrieb nur zu einem vernachlässigbaren Anstieg der Radioaktivität in der Umgebung von Kernkraftwerken und hat daher keinerlei Auswirkungen auf die lokale Biodiversität. Die Wärmeableitung unterliegt hingegen von den Behörden festgelegten Grenzwerten, und die von EDF durchgeführten Studien haben keine signifikanten Auswirkungen dieser Ableitung auf die lokale Biodiversität gezeigt. Chemische Ableitungen unterliegen strengen Grenzwerten, die durch Unbedenklichkeitsstudien festgelegt werden. [4]
Ansaugen lebender Organismen: keine Auswirkungen auf die Populationsgröße
Kernkraftwerke mit offenem Kreislauf, insbesondere solche an der Küste oder in Flussmündungen, sind am anfälligsten für das Ansaugen von Fischen. Insgesamt werden in Frankreich jedes Jahr mehrere hundert Tonnen Fisch von allen Kernkraftwerksstandorten angesaugt. Entsprechende Beobachtungen zeigen, dass diese Entnahmen die lokalen Fischbestände nicht gefährden.[4]
Eine kohlenstoffarme Energie
Die globale Erwärmung stellt ebenfalls ein großes Risiko für die Biodiversität dar. Die Kernenergie weist in dieser Hinsicht eine besonders günstige Bilanz auf: Die CO2-Bilanz beträgt 3,7 g CO2/kWh in Frankreich und 12 g CO2kWh im Allgemeinen (IPCC) [5], wobei dieser Unterschied auf die Nutzung von kohlenstoffarmer Elektrizität durch die Urananreicherungsanlage in Frankreich zurückzuführen ist.
Sources :
[1] Biodiversität und Kernenergie, SFEN, https://www.sfen.org/academie235/le-nucleaire-est-il-bon-pour-la-biodiversite/
[2] In-situ leaching, WNA, https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/mining-of-uranium/in-situ-leach-mining-of-uranium
[3] The ultimate guide to nuclear energy, US Energy Secretary, https://www.energy.gov/sites/prod/files/2019/01/f58/Ultimate%20Fast%20Facts%20Guide-PRINT.pdf
[4] Kernkraftwerke und Umwelt, EDF EDP Sciences,https://www.edp-open.org/images/stories/books/fulldl/guide-EDF_open.pdf S.25
[5] CO₂-Bilanz der Kernenergie in Frankreich, SFEN, https://www.sfen.org/rgn/lacv-la-methodologie-internationale-du-calcul-dimpact-de-la-production-denergie/